Fellvarianten beim Bolonka

    Fellvarianten beim Bolonka

    Fellvarianten beim Bolonka
    In der Vergangenheit haben wir feststellen können, dass es in einigen Würfen zu Varianten im Fell kam.

    Die Erklärung liegt sicherlich zum Teil auch in den Anfängen der Bolonkazucht, die ja in den 50iger Jahren in Russland ihren Anfang nahm.

    Man hatte das Ziel eine einheimische Zwerghunderasse zu züchten, eine Zierhunderasse, was in Russland damals wohl nicht üblich war.
    Phänotypisch geeignete Zwerghunde gab es zu jener Zeit sehr wenig.
    Diese Hunde hatten auch keinerlei Ahnentafel, man wusste teilweise auch nicht viel zu den Vorfahren.
    Hunde ohne Ahnentafel, die für die Zucht sogenannte Registerpapiere erhalten, wurden damals wie heute in der Zucht verwendet, um eine genetische Vielfalt zu gewährleisten.
    In Russland ebenso wie hier bei uns in Deutschland und anderen Ländern.

    Der Bolonka ist eine Rasse mit geringer Population und kann so schnell in die Gefahr einer Inzuchtdepression geraten.

    Daher müssen wir züchterisch sehr gezielt darauf achten welche weiteren Maßnahmen wir im Zuchtmanagement ergreifen und sensibel mit unserem vorhandenen Zuchtpotential umgehen.

    Zwei vom genetischen Hintergrund bekannte Varianten möchte ich hier kurz darstellen.


    Natürlich vorkommende Fellvariante: Rauhaargen verdeckt im Langhaar

    Eine Erklärung dafür kann sein, das das Rauhaar schon immer vorhanden gewesen ist, denn schließlich stammen alle unsere Hunderassen vom Wolf ab.
    Wir haben alle nur Varianten des Wolfes und haben keine neuen Gene erfunden oder hinzugefügt, wir können nur das zum Vorschein bringen, was schon vorhanden war.

    Unter dem normalen, natürlichen Bolonkafell verstecken sich manchmal die Gene eines Rauhaarhundes. Sie sind nicht erkennbar oder sichtbar, solange man keine Verpaarung mit Kurzhaarhunden vornimmt.

    Zwei Langhaarbolonkas ergeben KEIN kurzes Rauhaar.
    Kurzes Rauhaar ist dominant über allem.

    Somit ist der Begriff „Stockhaarsyndrom“ für diese Fellvariante fehl am Platz.


    Eingekreuzte Fellvariante: Langhaar Toyterrier

    Eine andere Fellvariante sind diejenigen Hunde die einem Langhaar Toyterrier oder Langhaar Chihuahua ähneln.

    Diese Variante findet ihren Ursprung wahrscheinlich in Rußland, da dort in der Vergangenheit vermutlich der Toyterrier eingekreuzt worden ist.
    Diese eingekreuzte Rasse kann viele Generationen verdeckt vererbt werden.
    Der Erbgang ist einfach rezessiv, beide Eltern müssen die entsprechenden Gene in sich tragen.
    Das bedeutet das beide Elterntiere Träger sein müssen, sie selbst sehen jedoch phänotypisch ein ganz normaler Bolonka sind.

    Bei den Welpen weiß man mit ca. 8 Wochen das sie sich niemals phänotypisch wie ein Bolonka entwickeln werden, sie werden immer aussehen wie die einkreuzte Ursprungsrasse.
    Der Hund gilt trotzdem als reinrassiger Bolonka, obwohl er sich phänotypisch nicht wie ein Bolonka entwickeln wird.
    Er ist als zuchtuntauglich in der Ahnentafel zu kennzeichnen.

    Diese Hunde unterscheiden sich optisch durch Kurzhaarigkeit an der Schnauze und an den Pfoten.

    Um die genetische Vielfalt weiterhin zu gewährleisten, sollten Träger – Elterntiere nicht aus der Zucht genommen werden, sondern nur kontrolliert mit Nicht – Trägern verpaart werden.
    Meine derzeitige ganz persönliche Meinung dazu.


    Somit ist der Begriff „Stockhaarsyndrom“ für diese Fellvariante auch fehl am Platz.

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    Abschließend möchte ich ergänzen, das der Ursprung für Pinos Aussehen weder die eine noch die andere Variante der Ursprung sein kann.
    Denn:
    Da keiner der Elterntiere kurzhaarig ist, ist auszuschließen das er ein kurzes Rauhaarfell bekommt.
    Da er Fell an der Schnauze und an den Pfoten hat, ist ebenso auszuschließen das er sich zu einem Toyterrier entwickeln wird.

    Nachtrag vom April 2010-04-01
    Pino ist nun 9 Monate alt und hat sich offensichtlich zu einem Hund mit langhaarigem Rauhaar entwickelt. Diese Fellvariante wird dominant vererbt und braucht daher nur in einem Elternteil vorhanden zu sein. Hier kann davon ausgegangen werden das der Vater der Vererber ist, er befindet sich nicht mehr in der Zucht.


    Ebenso möchte ich gerne darauf hinweisen, das es beim Bolonka Unterschiede in der Geschwindigkeit des Felllängenwachstums gibt.
    Langsam und schneller wachsendes Bolonkafell ist beides rassetypisch.

    Das Urheberrecht am Text liegt bei Andrea Walkenhaus "du Canis Minor"
    Der Text entstand mit freundlicher Unterstützung durch:
    Petra Zens "vom Elfenwald" und
    Steffi Meyne bolonka-welt.de
    Die Nutzungsrechte an diesem Text liegen bei dem Verfasser Andrea Walkenhaus
    Jede Vervielfältigung, auch auszugsweises Zitieren, ist ohne Einwilligung des Rechteinhabers untersagt.


    Es grüssen Sally, Sem, Hannah, Pepper und Heidi
    Petique - Die Pet Boutique

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